Unsere Ideen aus Industrieprojekten kommen auch gut in der Pflege-Branche an. Gemeinsam mit Pflegekräften, Pflegefachschulen und Betreibern von Pflegeeinrichtungen testen wir zurzeit, wie Digitalisierung ihre Arbeit erleichtern könnte. Deshalb haben wir uns zu einem Workshop in Siegen getroffen, um die ersten Ergebnisse und das weitere Vorgehen zu besprechen (23.01.20).

In Projekten mit Unternehmen aus der Industrie haben wir zum Beispiel Smartwatches eingesetzt, um die Mitarbeiter beim Rüsten der Maschinen zu unterstützen. Dieses Vorgehen wurde bei einem Digital Scout Workshop vorgestellt, bei dem eine Pflegekraft dabei war. Bei der Workshop-Reihe werden Mitarbeiter von kleinen und mittleren Unternehmen fit für die Digitalisierung gemacht.

Arbeit der Pflegekräfte erleichtern

Eine Pflegekraft hatte sofort die Idee, ob eine solche Lösung nicht auch dafür geeignet wäre, ihre Arbeit und die ihrer Kollegen zu erleichtern. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten. In einem ersten Workshop haben die Pflegekräfte ihre Arbeit detailliert beschrieben. So wurde deutlich, dass sie eine umfangreiche schriftliche Dokumentation über jeden Patienten erstellen müssen. Die erste Idee, dafür künftig eine Smartwatch-Anwendung zu verwenden, schied aus, weil Pflegekräfte aus hygienischen Gründen keine Uhr tragen dürfen.

Da viele Pflegekräfte aber ein Handy in der Tasche haben, entstand die Idee, eine App darauf für die Pflegedokumentation zu nutzen. Um herauszufinden, wie eine solche App gestaltet werden muss, haben unsere Experten eine Senioreneinrichtung im Kreis Siegen-Wittgenstein besucht. Dort haben sie die Arbeitsabläufe und Qualitätsprozesse kennen gelernt.

Eine weitere Idee war es, mittels einfacher Sensorik die Vitalparameter von Wachkomapatienten auslesen zu können. Dafür haben die Experten ein entsprechendes Seniorenzentrum im Kreis Olpe besucht.

Beim Workshop in Siegen haben sie jetzt eine günstige Lösung vorgestellt, um die Vitalparamater der Patienten zu erfassen und sie visualisieren zu können. In weiteren Besuchen in der Einrichtung wollen sie künftig testen, ob die Lösung auch in der Praxis anwendbar ist.

Außerdem haben sich die Pflegekräfte gewünscht, dass die erfassten Daten, sei es über die Sensorik oder die App auf dem Handy, direkt in die Pflegesoftware übertragen werden, damit das nicht mehr händisch gemacht werden muss. Das soll jetzt im weiteren Projektverlauf geklärt werden, ob und wie das möglich ist.